Schützenverein Kreepen-Brammer e.V.

:: Geschichte

 

 


 Die Vereinsgeschichte

Die Geschichte des Schützenvereins Kreepen-Brammer begann mit seiner Gründung am
19. Mai 1901.
Man kann sich gut vorstellen, dass sich im Wohnhaus von Bauer Heins (Kr.3) einige Einwohner
trafen, um über die Gründung eines Schützenvereins zu sprechen.
Bauer Heins betrieb von Zeit zu Zeit den Ausschank von Bier, was sicherlich zu einer guten
Stimmung unter den Anwesenden beitrug.

Vereinsfoto 1906
[Vereinsfoto von 1906]

Die Nachbarortschaften Sehlingen, Klein-Linteln und Holtum-Geest hatten es bereits vorgemacht.
Überall in der Umgebung wurden Schützenvereine gegründet. Man war nicht nur zu solchen
Festlichkeiten gern dort Gast - es bestanden auch verwandtschaftliche, berufliche und
freundschaftliche Kontakte dorthin.
Als dann einige den Gedanken aufbrachten, in Kreepen ebenfalls einen Verein zu gründen,
brauchte es nicht viel Überzeugungskraft. Irgendjemand konnte dann auch eine Satzung besorgen,
die man für die Vereinsgründung heranziehen und für die Kreepener Belange umschreiben konnte.
Details konnte man später noch klären.
In den Vorstand berief man zum Hauptmann Hermann Cordes (Br.1), zum Schiftführer Hermann
Luttmann (Br.) und zum Kassenführer Friedrich Haase (Kr.).
Man war sich einig: Schützenfest sollte stattfinden, es sollte geschossen werden und man wollte
auch seinen Spaß dabei haben.

Der Kassenführer verzeichnete in den Jahren 1901 bis 1904, dass der Verein den Ausschank 
übernommen hat. Rund 600 Mark gingen in dieser Zeit durch die Vereinskasse, wobei 400 Mark auf
den Ausschank entfielen.
Im Jahr 1902 konnte bereits eine Vereinsfahne für 95 Mark angeschafft werden. Auch in den folgenden
Jahren lag der Kassendurchgang bei 150 Mark, Beitragsgelder eingeschlossen. Die Kassenlage war
meist ausgeglichen, bis auf ein Jahr, wo 211 Mark Ausgaben nur 97 Mark an Einnahmen aus
Tanzgeldern, Beiträgen und Preisschießen entgegenstanden, was jedoch von einem guten Kassen-
bestand verkraftet werden konnte.
Die Musik kostete damals rund 70 bis 80 Mark - inklusive deren Bewirtung, was immerhin mit be-
achtlichen 10 bis 12 Mark zu Buche schlug! Als weitere Ausgaben fielen am Schützenfest für das
Personal zum "Scheibenablesen" 2 Mark an. Auch für den Einkauf der Preise - allerlei Nützliches für
den Hausgebrauch - fielen Kosten an.
Doch nicht alle hatten Ihre Freude bei solchen Festlichkeiten. Die Kirchengemeinde wetterten sehr
gegen die dörflichen Feiereien, da an solchen Tagen der Feiertag nicht sittsam genug verbracht wurde.

Während des ersten Weltkriegs ruhte auch in Kreepen und Brammer, wie überall, das Vereinsleben.
Die Bevölkerung hatte andere Sorgen und Nöte, wobei ihnen sicherlich nicht nach Feiern zu Mute
gewesen ist.
Erst nach und nach erwachte nach dem verlorenen Krieg wieder das Interesse. So gründete sich
der Schützenverein 1920 neu.
Das Schießen erfolgte auf Heemkes Hof (Kr.1). Ein altes Buch enthält neben den Mitglieds- und
Beitragslisten auch die Schießergebnisse der Jahre 1924 bis 1929. Das Buch führt weiter die Beitrags-
listen bis 1938 auf.
Es findet sich sogar noch ein Protokollauszug einer Schützenversammlung aus dem Jahre 1929 auf.
Mit viel Protokoll hielt man sich jedoch nicht auf, den es besteht nur aus ein paar Sätzen: "Schützenver-
sammlung am 23.11.29. Schützenball soll am 12.1.30 stattfinden mit Theateraufführung. Im Oktober
jeden Jahres soll Schützenversammlung stattfinden und der Schützenball festgesetzt werden. Der
Vorstand bezahlt wieder Beitrag. Zum Schützenball sollen nur 4 Musiker spielen. Anwesend 17 Schützen."

Vereinsfoto von 1923
[Vereinsfoto von 1923]

Im Jahr 1933 nahmen die Pläne für einen befestigten Stand Formen an. An einen alten Maschinen-
schuppen im Wedeweg wurden Schießbahnen über eine Länge von 75 Meter angelegt. Hier traf man
sich während der Schützenfestzeit, während der übrigen Zeit lag der Platz ruhig in einer jungen Tannen-
schonung.
Die Zeit des Nationalsozialismus machte so manche Satzungsänderung notwendig. Auch der Ton
wurde über die Jahre schärfer, als sich die Vereine der Partei eingliedern mussten.
Durch den Krieg ruhte dann das Vereinsleben. An Vergügungen war nicht zu denken. Viele Mitglieder
waren fern der Heimat und so mancher kehrte auch nicht zurück.
Nach dem Krieg verboten die alliierten Sieger das Besitzen und Tragen von Waffen.

1950 bedurfte es schon besondere Überzeugungskraft, um den Verein wieder aufleben zu lassen.
Hermann Luttmann und Heinrich Meyer taten ihr Möglichstes, und trotz vieler abschlägiger Meinungen
trafen sich bei einer Versammlung doch eine beachtliche Zahl von Bewohnern, um die Wiedergründung
des Schützenvereins zu beschließen.
Die Fahne war in den Kriegsjahren verbrannt. Auch viele Vereinsunterlagen waren verloren. Diese
konnten nicht mehr ersetzt werden. Das Geld für eine neue Fahne konnte man jedoch über eine Samm-
lung zusammenbringen.
Die Weihe der Fahne nahm im Jubiläumsjahr 1951 Pastor Leske im Beisein vieler Gastvereine auf
dem Kreepener Schulhof vor.

Auch in den Nachbardörfern lebten die Schützenvereine wieder auf. Der Schützenverein Scharnhorst 
schlug eine Pokalgemeinschaft vor. So gründete sich am 2. Dezember 1952 die Pokalgemeinschaft
Geest, bei der Kreepen zusammen mit sieben anderen Dörfern vertreten war.
Auch landkreisübergreifend ergab sich die Gelegenheit eine Pokalgemeinschaft zu gründen. 1961 fanden
sich in der Gaststätte im Wedehof die Vereinsvertreter von Süderwalsede, Holtum-Geest und Kreepen
zusammen, um die Wedehofpokalgemeinschaft zu gründen.

Auch der Schießstand veränderte sein Gesicht. Zunächst verkürzte man die Schießbahn von 75 Meter
auf 50 Meter und 1959 wurde eine Schießblende gebaut, so dass man ab diesem Zeitpunkt aus einem
befestigten Stand heraus schießen konnte. Die Kleinkaliberzuganlagen wurde 1963 elektrifiziert.
1961 wurde der Luftgewehrstand gebaut, der aber noch nicht überdacht war. So konnte es durchaus
vorkommen, dass im Winter bei Schneetreiben Rundenwettkämpfe ausgetragen wurden. Dies änderte
sich 1976, als der Schießstand modernisiert und eine Aufenthaltshalle angebaut wurde. Im Jahr 2003
erweiterte der Verein die Aufenthaltshalle noch um Sanitäre Anlagen, eine Küchenzeile und einen
Versorgungsraum. Die Schießhalle erhielt dann noch 2008 eine Modernisierung mit hellem Anstrich
und einer eingezogenen Decke. Beide Hallen wurden gefliest.

Das Jubiläumsfest zum 75-jährigen Bestehen wurde würdig gefeiert. Um alle Gastvereine unterzu-
bringen, fand das Schießprogramm bei Ernst Lohmann (Kr. 2) auf dem Hof statt. Die große Scheune
wurde mit Luftgewehrständen bestückt. Die Zelte standen traditionell auf dem Vorplatz vor Heitmanns
Gasthof. Selbst ein Kettenkarussell hatte Kreepen zu bieten, woran vor allem die Kinder ihren Spaß hatten.

Überhaupt sind die Erfolge für einen so kleinen Verein mit nur 90 Mitgliedern durchaus sehenswert.
Stellvertretend seien hier der Gewinn des Kreisverbandsdamenpokal in den Jahren 1979 und 1998,
des Kreisverbandsschützenpokals in den Jahren 1969 und 1980, sowie des Kreisseniorenpokal im Jahr
2013 genannt. Auch stellte Kreepen-Brammer mit Jürgen Wiedemann (1987), Hermann Meyer (1988),
Udo Freitag (2008) und Markus Meyer (2016) den Kreisverbandskönig. Katharina Meyer wurde Kreis-
damenkönigin (2003), und auch in der Jugendklasse konnte Kreepen mit Marlies Meyer (1980) und 
mit Harm Gaudig (2000) ebenfalls zweimal die Kreisverbandsjugendkönige stellen.

Im Jahr 2001 konnte dann das 100-jährige Bestehen des Vereins begangen werden. Fast 700
Schützinnen und Schützen aus dem Kreisverband Verden und befreundeten Vereine von außerhalb
gaben Kreepen die Ehre.

Fast ein Drittel der Mitglieder sind derzeit in Wettkämpfen aktiv, und bei den verschiedenen Pokal-
wettbewerben ist mit einer starken Konkurrenz aus Kreepen-Brammer zu rechnen.

 

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